Transport der ESO-Antennentransporter von Pfedelbach nach Heilbronn
Am Montag, 03.12.07 verließ der erste von zwei Antennentransportern für das ESO-Forschungsprojekt in Chile die Werktore des Herstellers Scheuerle in Pfedelbach. Die ESO (European Southern Observatory) ist eine europäische Organisation für astronomische Forschungsarbeiten.
Nach einer Vorbereitungszeit von ca. 6 Monaten für den 36 m langen, 10 m breiten und 179 to schweren Transport konnte nun die Reise für die erste Etappe nach Heilbronn los gehen. Ab Heilbronn soll es dann per Binnenschiff und Seeschiff nach Chile weitergehen.
Die Schwierigkeit bei diesem Transport stellte sich durch die Strecke und vor allem durch die Baustellensituation auf der BAB A 6 dar.
Nach mehreren Streckenprüfungen sowie Besprechungen mit Baustellenfirmen und dem Regierungspräsidium Stuttgart wurde eine Lösung gefunden den Transport zum angedachten Termin durchzuführen. Schnell wurde klar: Mit Know-How und guter Fahrzeugtechnik kann man auch 10 m breite Transporte durch 5,75 m breite Autobahnbaustellen bekommen!
Es mussten für den Transport einige Wegweiser durch die Straßenmeisterei entfernt werden um überhaupt eine Durchfahrtsbreite außerhalb der Autobahn von 10 m zu erreichen. Die restliche Beschilderung auf der Transportstrecke wurde von zwei Montageteams (vor und hinter dem Transport) unmittelbar entfernt und wieder aufgestellt.
Start des Transportes mit Polizeibegleitung war pünktlich um 21.00 Uhr.
Nach 2 Stunden Fahrt auf der Landstraße befuhr der Transport im Gegenverkehr die Auffahrt zur Autobahn A6. Auf der Autobahn wurde dann durch Umhängen der Zugmaschine die Fahrtrichtung gewechselt und weiter ging es Richtung Heilbronn.
Die Schlüsselstelle auf der A6 war die Baustelle am AK Weinsberg wo der Transport die Überbreite seitlich über die Betongleitwände überragt und einige Baken umgelegt werden mussten um die Baustelle zu passieren.
Die Abfahrt von der Autobahn wurde dann wieder mit Umhängen bewerkstelligt und man fuhr als "Geisterfahrer" im Gegenverkehr bis Heilbronn. Von hier aus schlängelte sich der Transport über die Karl Wüst Straße, die mit Halteverbotsschilden präpariert war, mal auf der Normalspur mal im Gegenverkehr bis in den Hafen in der Benzstraße.
Am Morgen gegen 8.30 Uhr wurde am Schwergutkai ein Teleskopkran Typ Terex AC 650 vom Partnerunternehmen Scholpp aufgebaut um den Transporter und die sieben LKW mit Zubehörteilen auf ein Schwerlastponton umzuladen. Der Tieflader fuhr direkt zurück nach Pfedelbach, um in der zweiten Nacht den nächsten Transporter zu holen.
Am zweiten Tag übernahm das Ponton dann den weiteren Transport zum Seehafen, zentimetergenau wurden die Schleusentore im Neckar passiert - anschließend stellte sich die Breite von 10 m nicht mehr in den Weg.