Der Prototyp 002 mit dem Erkennungszeichen OK-GLI flog 25 mal zu Testzwecken innerhalb der Erdatmosphäre und wurde zuletzt in Bahrain der Öffentlichkeit präsentiert. Ende 2003 vermittelte die Spedition Kübler ihn an das Technik Museum Speyer. Allerdings mussten die Deutschen aufgrund der unklaren Besitzverhältnisse zwischen den beiden Vorbesitzern zuerst ein jahrelanges Gerichtsverfahren abwarten.

Ein Geschäftsmann aus Singapur hatte die russischen Besitzer beklagt, was eine offenbar sehr genaue und entsprechend lange gerichtliche Prüfung nach sich zog, ehe letztlich doch die Russen Recht bekamen.

Im Hafen der Hauptstadt Manama wurde die Buran von einem Schwimmponton in das Hochseeschiff verladen.

Der Weg des Raumgleiters führte über das Rote Meer, den Suezkanal, die Straße von Gibraltar nach Rotterdam. Dort übernahm ihn Kübler am Kai von Gevelco im Britanniehaven.

Mit zwei Hafenkranen wurde das Shuttle am 2.April auf Kai abgesetzt und anschließend von den Technikern des Museums gereinigt und für den weiteren Transport auf Rhein und Landstraßen vorbereitet.

Der Mercedes-Benz Actros SLT 4160 8×6/4 – Schwerlastzugmaschine für bis zu 500 Tonnen Lastzuggesamtgewicht wird mit dem Kran auf das Ponton gehievt, die 16 Scheuerle Intercombi Achslinien schweben Richtung Ponton und die 36 Meter lange russische Raumfähre auch übersetzt  „Schneesturm” genannt, wird auf dem 11 m breiten Schwerlastponton positioniert.

Der 10 m breite Flügel wird auf Elefantenfüße auf das Seitenponton gestellt und verzurrt. Die Seitenpontons werden auch als Abstandshalter verwendet, um an einer Kaimauer anlegen zu können.

Am 5. April legt das Schwergutponton mit den 2 Seitenpontons ab Richtung Speyer.

Der Schubverband wird mit seiner seltenen Fracht in Düsseldorf von einem Feuerwehrschiff mit einer Wasserfontäne begrüßt. Während der gesamten Reise wird ein Ortungssystem geschaltet, welches jedermann via Internet einsehen konnte. So konnten sich tausende interessierte Schaulustige punktgenau am Rhein einfinden um den Raumshuttle-Transport zu fotografieren.

Der Koloss aus Stahl und Keramik beim “Landeanflug” auf Lahnstein. Durch eine Infohotline, die von Kübler aktiviert wurde, kann man von unterwegs den Transportstatus der ungewöhnlichen Fracht orten. Diese automatische Auskunftsnummer ruft den Standort der Buran alle 5 Minuten ab.

Das Ziel: Der Naturhafen im Altrheinarm bei Speyer. Nur von dort aus kann man mit diesen gewaltigen Dimensionen das Museum erreichen. Weil eine Entladung der Buran mit Kran im Naturhafen Speyer nicht möglich ist, musste der LKW mit Tieflader schon in Rotterdam auf dem Schwerlastponton positioniert werden. So kann der Tieflader in Speyer über eine RoRo-Rampe mit der Buran vom Ponton fahren. Für die Rheinfahrt wurden die Tragflächen montiert, um die Buran möglichst im Orginalzustand nach Deutschland einreisen zu lassen.

Im Hafen steht der 300 to Kran der Firma Scholpp und eine Aluminiumstraße wurde in den Wald gezaubert. Ein tonnenschwerer Seitenflügel schwebt über dem Raumschiff. Er wird exakt bis zur Ladefläche des Lkw gehoben und für den Transport festgeschweißt.

Dann der große Moment, auf den das Team der Spedition Kübler lange gewartet hatte: Die Raumfähre “Buran” rollt auf einem Tieflader vom Ponton. Der Tieflader muss ständig per elektronischer Wasserwaage in der Waagerechten gehalten werden. Mehr als 4 Grad darf die Raumfähre nicht aus der Horizontalen geraten. Aber auch das Ponton selbst wird auf die Entlastung beim Verlassen seiner bisherigen tonnenschweren Fracht vorbereitet. Damit er durch seinen Auftrieb nicht wie ein Delfin aus dem Wasser schießt, füllt man seine Ballasttanks Schritt für Schritt mit Rheinwasser.

Ein kleines Waldstück ist zu durchqueren und dann hat man die Straßen Speyers unter sich. Und überall tausende begeisterte Zuschauer. Sie bilden ein dichtes Spalier, um die Buran zu begleiten. Polizei und THW haben alle Hände voll zu tun, die Menschen aus dem Gefahrenbereich zu zu bewegen.

Nun ist es endlich soweit. Die Kolonne formiert sich. Voraus eskordiert die Polizei, an den Seiten schirmen viele Mitglieder des technischen Hilfswerks den gefährlichen Bereich mit einer Seilkette ab.

Im Schritttempo rollt der Convoi Richtung Speyer und bahnt sich den Weg durch die über 15.000 Zuschauer. Die Breite der Tragflächen von fast 10 m, macht die Demontage von vielen Verkehrszeichen erforderlich. Vier Kilometer Gesamtstrecke muss die Buran ins Technik Museum noch hinter sich bringen. Es sind die letzten einer Odyssee, der letzte Weg führt vorbei an Tausenden von Zuschauern.

Auf der ganzen Strecke herrscht viel Disziplin, neben all dem Interesse und so kommt es zu keinerlei Zwischenfällen. Besonders spektakulär sind die Kurvendurchfahrten, wenn die Fahrzeuge abbiegen müssen. Dabei wird es zwar immer knapp, aber auch hier ist alles so gut vorbereitet und geplant, dass nichts passiert. Pünktlich wie es die Ausnahmegenehmigung der Polizei vorgab, rollte schließlich der Buran-Geleitzug auf das Gelände des Technik Museums.

Das Kernteam des Projektes:

Gesamtprojektleiter: Heinz Rößler
Projektleiter: Nicolas Grimm
Schwerlastfahrer: Frieder Saam
Beifahrer: Thomas Reihle
Tragfläche: Michael Weber
Tragfläche: Ronny Franke
Leitwerk: Dietmar Müller